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Wurftechnik

Jeder begeisterte Dartspieler, egal ob Anfänger oder bereits fortgeschrittener Spieler, wird sich früher oder später Gedanken über seine Wurftechnik machen. Dabei gibt es einen ganz wichtigen Grundsatz zu beachten. „DIE RICHTIGE WURFTECHNIK“ gibt es nicht. Das mag auf dem ersten Blick seltsam wirken, schließlich kennen wir von den meisten anderen Sportarten das Streben nach einer möglichst idealen technischen Ausführung.

Beim Dart muss jeder Spieler selbst einen für sich persönlich geeigneten Wurfstil finden und dann die dazu passende Wurfhaltung entwickeln.

In den folgenden Absätzen sind einige allgemeine Tipps und Gedanken aufgelistet, mit welchen der eigenen Spielstil entwickelt und verbessert werden kann. Wir hoffen, dass wir damit Anregungen zum wichtigsten Punkt in der Verbesserung des persönlichen Dartspiels geben können: Übung macht den Meister.


Der Stand

Abwurf von Phil Taylor

Abwurf von Phil Taylor

Die erste Voraussetzung für einen guten und reproduzierbaren Wurf beginnt bereits bei den Füßen des

Spielers. Ein sicherer Stand bildet dabei die Grundlage der Wurftechnik.

Bei intensiver Beobachtung aller Profispieler fällt auf, dass die meisten parallel zum Oche(Abwurflinie) oder im ca. 45 Grad Winkel dazu stehen. Dabei stehen Linkshänder mit dem linken Bein, Rechtshänder entsprechend mit dem rechten Bein vorne. Das jeweils freie Bein wird so hinter dem Körper platziert, dass bei einer Gewichtsverlagerung auf des vordere Bein, ein sicher und stabiler Stand eingenommen werden kann. Dabei ist es wichtig, dass sich die Position bei durchgestrecktem vorderen Bein bequem und natürlich anfühlt.

Während der Wurfbewegung sollten keine Gewichtsverlagerungen zwischen den Füßen statt finden. Jegliche Bewegung wie zum Beispiel Wankbewegungen oder Wippen stellen dabei einen Unsicherheitsfaktor da, machen den Wurf schwer reproduzierbar und sind daher unbedingt zu vermeiden.

Die Arbeit am Stand des Spielers ist absolute Grundlagenarbeit. Beobachte Profis, schau dir genau an wie diese sich an der Oche positionieren und versuche dein Spiel durch ausprobieren zu verbessern.


Die Körperhaltung

Position des Oberkörpers sowie die ganze Haltung sollten möglichst aufrecht und stabil sein ohne sich dabei zu sehr anzuspannen oder gar zu verkrampfen. Eine senkrechte Ausrichtung der Schulter in Richtung Dartscheibe förderte eine natürliche Abwurfbewegung ist essentieller Bestandteil der Wurftechnik.

Durch ein vorbeugen des Oberkörper, ohne dabei seinen sicheren und stabilen Stand zu verlassen, wird der Abstand zum Ziel verkürzt, was das Zielen erheblich erleichtert. Wurfarm des Spielers zeigt dabei in der Verlängerung der Schulter Linie in Richtung des Dartboards und der Dart selbst wird ungefähr auf Augenhöhe des Spielers gehalten. Dabei sollten Ober- und Unterarm einen rechten Winkel ergeben.

Bei der Ausrichtung des Oberkörpers sollten unbequeme und starke Dehnungen im Schulterbereich sowie des Wurfarm unbedingt vermieden werden.

In der freien Hand werden die restlichen Darts gehalten und nach dem Abwurf an die Wurfhand übergeben. Dabei solltes es möglichst zu keiner Veränderung der Wurfposition kommen.


Der Grip

Für den idealen Wurf beginnt die Haltung des Darts bereits in der Ausrichtung der Wurfhand. Diese sollte aufrecht und sich während des Zielvorgangs direkt überdem Ellenbogen befinden.

Für den Grip selber, kann sich bei Profispielern nicht viel abgeschaut werden. Dieser ist bei jedem Spieler wegen unterschiedlicher Handgrößen und dem individuellen Feingefühl verschieden. Grip entsteht natürlich und lässt sich wie die Haltung eines Stiftes beschreiben. Er passt sich der Beschaffenheit des Darts an. Zu meist wird der Dart mit dem Daumen von unten gehalten und je nach Beschaffenheit mit zwei oder drei Fingern stabilisiert. Im Idealfall wird der Barrel direkt hinter dem Schwerpunkt gegriffen, was den Dart gut ausbalanciert in der Hand liegen lässt.

Hand mit Dart

Der Dart sollte nicht zu fest gehalten werden. Üben Sie genug Druck für einen sicheren Halt aus. Dabei sollten keine Abdrücke an den Fingern entstehen. Für einen guten Abwurf ist es wichtig, dass die Dartspitze waagerecht in der Hand liegt. Eine gute Position ist gefunden, wenn der Dart sich angenehm und natürlich in der Hand anfühlt.


Das fokussierende Auge

Bei jedem Menschen entwickelt sich das Augenlicht ganz verschieden. Für den Zielvorgang eines Dartspieler ist es wichtig zu wissen, ob es ein dominantes Auge gibt.

Zeige bei eingenommener Stand und Körperhaltung mit einem Finger auf das Bullfeld der Dartscheibe und halte beide Augen geöffnet. Anschließend wird das rechte Auge geschlossen und überprüft, ob der Finger noch immer auf das Bullfeld zeigt, ohne sich bewegt zu haben. Wenn sich der Finger noch immer mittig auf dem Bullseye befindet, ist das linke Auge dominierend.

Der gleiche Test sollte natürlich auch umgekehrt erfolgen. Also sichere Körperhaltung und Stand einnehmen, mit dem Finger auf das Bullfeld zeigen und diesmal das linke Auge schließen. Finger noch immer mittig auf der Dartscheibe? Dann ist das rechte Auge dominierend.

Manchmal kommt es auch vor, dass kein eindeutiges Ergebnis ermittelt werden kann. In diesem Fall muss über beide Augen gezielt werden.


Der Wurf

Nachdem nun die Grundlagen geklärt sind, kann sich ein Dartspieler auf dem Weg zu einem besseren Ergebnis, der eigentlichen Wurfbewegung zuwenden.

Ein Wurf kann in folgende Abschnitte gegliedert werden.

  1. Zielen
  2. Rückbewegung
  3. Beschleunigung
  4. Abwurf
  5. Nachbewegung

Diese fünf Abschnitte können einzeln betrachtet und verbessert werden. Wichtig ist jeder einzelne um einen Dart reproduzierbar in das angepeilte Ziel zu bekommen. Um den Wurf zu automatisieren ist regelmäßig Training unabdingbar.

Um besser Zielen zu können, suche dir ein einen Punkt auf der Dartscheibe. Es hat sich bewährt, sich auf einen eindeutigen Punkt zu konzentrieren. Dies können zum Beispiel Schatten oder Unebenheiten auf dem Dartboard sein. Je besser und stärker die Konzentration auf genau diesen Punkt gelenkt werden kann, wird die Umgebung und dadurch Störungen wie Musik oder Gespräche im Raum nicht mehr wahrgenommen.

Für eine Analyse des Wurfes wird mit der Wurfhand auf die Triple 20 gezielt und der Unterarm einige mal vor und zurück bewegt, bis man ein sicheres und entspanntes Gefühl für den Abwurf gefunden hat. Dabei ist wichtig, dass der Oberarm keine Bewegung ausführt. Hier empfiehlt es sich wieder, einen genau Blick auf die Profis zu werfen. Beim betrachten von Zeitlupenstudien fällt auf, dass sich bei Profi nur der Unterarm bewegt und nicht etwas der Oberarm oder die Schulter.

Bei der Rückbewegung vor dem eigentlichem Abwurf, kommen wieder unterschiedliche Vorlieben zu Tage. Mein ein Spieler führen den Dart direkt ans Kinn, den Arm vor das Auge oder bis zum Ohr zurück. Letztlich ist es egal, wichtig ist nur, dass es sich natürlich anfühlt. Man sollte allerdings darauf achten, dass der Dart nicht den Körper berührt und das der Dart während der gesamten Wurfbewegung im Sichtfeld des Spielers ist. Nur so ist eine geeignete Hand- und Augenkoordination möglich.

Wenn der Dart die Hand verlässt, ist stark von der gewählten Beschleunigung abhängig. Hier muss viel ausprobiert werden, damit ein Gefühl für unterschiedliche Stellen entwickelt werden kann.

Nicht zu vernachlässigen ist die Nachwurfbewegung bei der Betrachtung der Wurftechnik. Also der Bewegungsablauf, nachdem der Dart die Hand verlassen hat. Nach abgeschlossener Bewegung sollte der Arm komplett gestreckt sind und in Richtung des anvisierten Zieles auf der Dartscheibe zeigen. So kann man sicherstellen, dass die Bewegung gerade und in Richtung des Ziels aufgeführt wurde.


Fazit

So individuell wieder jeder Mensch, sind auch die unterschiedlichen Wurftechniken. Egal an welchen Bereichen des Wurfs ein Dartspieler Veränderungen vornimmt, dass wichtigste ist und bleibt: Üben, üben, üben.

Wir wünschen viel Erfolg bei der Verbesserung des eigenen Dartspiels. Zum Schluss haben wir noch ein Video vom 16-fachen Weltmeister Phil „The Power“ Taylor angefügt. In diesen Zeitlupenaufnahmen sind die einzelnen Bereiche seines Wurfes toll zu erkennen.